Wann ist ein Bestseller ein Bestseller?
Diese Frage stelle ich mir immer öfter. Vielleicht habt ihr eine Antwort darauf.
Als ich heute in der Buchhandlung war, klebte auf jedem zweiten Buch ein Aufkleber "Bestseller" oder sogar "Weltbestseller" (dass das nun schon unterschieden wird, sagt schon einiges aus). In der aktuellen Ausgabe des Focus' findet man ein Interview mit einer Sachbuchautorin, deren Erstling, ein Sammelband mit erotischen Geständnissen / Interviews, als Bestseller gepriesen wird.
Aber woran will man das denn messen?
Gibt es eine Regel: eine gewisse Anzahl von Bücher, die verkauft sein muss? Ist das abhängig vom Genre? Ist ein Buch, das in der 5. Auflage erscheint, diese jedoch nur jeweils 1000 Exemplare umfasste, ein Bestseller? Kann jeder es so drehen und wenden, wie er mag?
Kurios finde ich, das solche Sticker oft bereits schon auf Neuerscheinungen stehen. Bleibt die Frage, ob wirklich schon derart viele Vorbestellungen vorliegen. Ebenfalls seltsam ist, dass sich jetzt schon print-on-demand-Autoren, die ihre Pressetexte selbst schreiben, als Bestsellerautoren bezeichnen. An was wollen sie das messen? An PoD-Verhältnisse oder allgemein am Markt?
Sonnige Grüße,
Sandra.
Als ich heute in der Buchhandlung war, klebte auf jedem zweiten Buch ein Aufkleber "Bestseller" oder sogar "Weltbestseller" (dass das nun schon unterschieden wird, sagt schon einiges aus). In der aktuellen Ausgabe des Focus' findet man ein Interview mit einer Sachbuchautorin, deren Erstling, ein Sammelband mit erotischen Geständnissen / Interviews, als Bestseller gepriesen wird.
Aber woran will man das denn messen?
Gibt es eine Regel: eine gewisse Anzahl von Bücher, die verkauft sein muss? Ist das abhängig vom Genre? Ist ein Buch, das in der 5. Auflage erscheint, diese jedoch nur jeweils 1000 Exemplare umfasste, ein Bestseller? Kann jeder es so drehen und wenden, wie er mag?
Kurios finde ich, das solche Sticker oft bereits schon auf Neuerscheinungen stehen. Bleibt die Frage, ob wirklich schon derart viele Vorbestellungen vorliegen. Ebenfalls seltsam ist, dass sich jetzt schon print-on-demand-Autoren, die ihre Pressetexte selbst schreiben, als Bestsellerautoren bezeichnen. An was wollen sie das messen? An PoD-Verhältnisse oder allgemein am Markt?
Sonnige Grüße,
Sandra.
Sensual Ladies - Sa, 10. Mai, 11:35
hilke (anonym) - Sa, 10. Mai, 13:32
Ich kann mich häufig des Eindrucks nicht erwehren, dass sogenannte "Bestseller" von den Verlagen von vorn herein als solche gepuscht werden. Das heißt, man nimmt einen bekannten Autor oder ein Buch, dessen Thematik vielversprechend ist und steigt ganz groß in die Werbung ein. Die Erfahrung hat gezeigt, dass solche Bücher tatsächlich oft zu Bestsellern werden - hin und wieder wird es aber auch ein Flop. Und dann gibt es (zum Glück) immer noch Bücher, die sich mühsam zu einem Verlag durchkämpfen müssen (Schlafes Bruder) und plötzlich zu Bestsellern werden.
Was macht ein Buch zum Bestseller? Der Autor? Das Thema? Wieso wurde vor vielen Jahren "Die Leiden des jungen Werthers" zum Bestseller? Wo liegt das Geheimnis?
Was macht ein Buch zum Bestseller? Der Autor? Das Thema? Wieso wurde vor vielen Jahren "Die Leiden des jungen Werthers" zum Bestseller? Wo liegt das Geheimnis?
Ednor (anonym) - Sa, 10. Mai, 15:39
Genau diese Fragen stelle ich mir und stellen andere Autoren sich auch immer wieder. Wenn es ein Rezept gäbe, dann wären wohl nur noch Megaseller auf dem Markt:-) M.M. hängt es wohl zum einen vom Genre ab und zum anderen von den Verkaufszahlen. Die "Wanderhure" von Iny Lorenz hat sich eine Millionmal verkauft, das ist eine Zahl, die für sich spricht. Andererseits teile ich Hilkes Verdacht, dass manche Bücher vom Verlag schon mit dem Label "Bestseller" auf den Markt geworfen werden, um sie zu pushen.
Was das Schreiben eines Bestsellers angeht, da dürften sehr viele Kriterien zusammenkommen. Ein tolles Cover, ein klasse Titel, ein Thema, das die Leser genau im richtigen Moment anspricht und, und, und...
Tja, wer diese Fragen löst hat wohl den Stein der Weisen gefunden:-)
Was das Schreiben eines Bestsellers angeht, da dürften sehr viele Kriterien zusammenkommen. Ein tolles Cover, ein klasse Titel, ein Thema, das die Leser genau im richtigen Moment anspricht und, und, und...
Tja, wer diese Fragen löst hat wohl den Stein der Weisen gefunden:-)
Sensual Ladies - Sa, 10. Mai, 22:54
Die Sensual Ladies schreiben Bestseller ...
... jedenfalls waren gerade wieder zwei von ihnen unter den ersten zehn in der Amazon.de-Erotik-Sparte. Und bei den Vampiren tummeln sie sich auch häufig auf den vorderen Plätzen. :-)
Für mich sind Schätzing, Kehlmann oder J. K. Rowling echte Bestsellerautoren. H. P. Kerkeling gehört, warum auch immer, ebenfalls dazu und Charlotte Roche nun leider auch. Das "Leider" nehme ich gleich wieder zurück. Erfolg ist eine schöne Sache und ich gönne ihr den selbstverständlich, nur mit Promi-Autoren habe ich so meine Probleme, doch das ist ein anderes Thema.
Wenn ein Autor in der Verkaufsrangliste seines Verlags auf den vorderen Plätzen landet, dann ist er schon irgendwie ein Bestseller, aber das macht ihn (oder sie) nicht zwingend zum Auflagenwunder mit Rentengarantie.
Aber ich stimme dir zu, Sandra. Wie in diesem Fall mit Superlativen umgegangen wird, das kann einen schon irritieren. Weltbestseller klingt unfreiwillig komisch.
Marketing-Experten und Werber locken uns ja überall damit, dass schon zahllose andere Konsumenten, gerne auch sog. Experten, begeistert das Produkt verwenden. Und mal ehrlich, wer will da nicht zugreifen? Es muss doch gute Qualität sein, die sich durchsetzt. Nun gut, bei den Video-Systemen war das damals nicht der Fall, bei Computerbetriebssystemen kann man auch geteilter Meinung sein und Dieter Bohlens äußerst lohnender Ausflug in die Literatur: Schwamm drüber!
In Berlin gibt es eine Redensart: "Leute fresst Sch*** – Millionen Fliegen können sich nicht irren!" Das ist bestimmt etwas zu extrem, aber die laute Stimme eines Propagandisten scheint selbst auf dem Buchmarkt Erfolg zu haben. Leise Töne werden dabei leider häufig nicht mehr wahrgenommen und so verschwindet manch ein Buch, das wirklich das Zeug zum Bestseller hätte, lautlos in der Versenkung. Schade.
Pfingstlich-verbindliche Grüße aus der Anonymität ;-)
Für mich sind Schätzing, Kehlmann oder J. K. Rowling echte Bestsellerautoren. H. P. Kerkeling gehört, warum auch immer, ebenfalls dazu und Charlotte Roche nun leider auch. Das "Leider" nehme ich gleich wieder zurück. Erfolg ist eine schöne Sache und ich gönne ihr den selbstverständlich, nur mit Promi-Autoren habe ich so meine Probleme, doch das ist ein anderes Thema.
Wenn ein Autor in der Verkaufsrangliste seines Verlags auf den vorderen Plätzen landet, dann ist er schon irgendwie ein Bestseller, aber das macht ihn (oder sie) nicht zwingend zum Auflagenwunder mit Rentengarantie.
Aber ich stimme dir zu, Sandra. Wie in diesem Fall mit Superlativen umgegangen wird, das kann einen schon irritieren. Weltbestseller klingt unfreiwillig komisch.
Marketing-Experten und Werber locken uns ja überall damit, dass schon zahllose andere Konsumenten, gerne auch sog. Experten, begeistert das Produkt verwenden. Und mal ehrlich, wer will da nicht zugreifen? Es muss doch gute Qualität sein, die sich durchsetzt. Nun gut, bei den Video-Systemen war das damals nicht der Fall, bei Computerbetriebssystemen kann man auch geteilter Meinung sein und Dieter Bohlens äußerst lohnender Ausflug in die Literatur: Schwamm drüber!
In Berlin gibt es eine Redensart: "Leute fresst Sch*** – Millionen Fliegen können sich nicht irren!" Das ist bestimmt etwas zu extrem, aber die laute Stimme eines Propagandisten scheint selbst auf dem Buchmarkt Erfolg zu haben. Leise Töne werden dabei leider häufig nicht mehr wahrgenommen und so verschwindet manch ein Buch, das wirklich das Zeug zum Bestseller hätte, lautlos in der Versenkung. Schade.
Pfingstlich-verbindliche Grüße aus der Anonymität ;-)













eine interessante Frage. Aber dazu kann ich selbst nur einige Überlegungen und weitere Fragen anhängen.
Ob ein Buch als Bestseller gilt, hängt wohl immer vom Standpunkt ab, von dem aus man die Verkaufszahlen sieht. Ist ein Buch innerhalb einer bestimmten Gruppe ein Bestseller - innerhalb eines bestimmten Verlages, bei amazon oder libri, Bestsellerlisten von Zeitungen (Spiegel, New York Times) - oder ist es verglichen mit dem gesamten Buchmarkt einer? Ich glaube, dass sehr oft der Ausdruck "Bestseller" für Bücher verwendet wird, die sich halt sehr gut verkaufen, vielleicht Bestseller innerhalb eines Genres oder eben einer definierten Liste sind. Was ja auch für einen potentiellen Leser nicht uninteressant ist.
Vielleicht ändert sich die Anzahl der verkauften Bücher, die nötig sind, um das Label "Bestseller" zu erhalten auch tatsächlich von Genre zu Genre? Gelten hier andere Zahlen für Liebesromane als für Kochbücher? ;-) Ich weiß nicht, wo hier in der Branche eine absolute bzw. "neutrale" Grenze für einen (Welt)Bestseller gezogen wird. Sind es 100.000 Bücher? Eine Million? Muss man sich dabei an Verkaufszahlen eines Harry Potter orientieren?
Bei Neuerscheinungen kann ich mir das nur so erklären, dass es vielleicht Taschenbuchausgaben eines Buches sind, das schon als Hardcover auf den Bestsellerlisten stand oder dass eben die Bestellzahlen so hoch sind, dass man schon allgemein von einem Bestseller reden kann.
Liebe Grüße
Mona